Typische Anwendungsfälle für Plausibilitätsprüfungen im PIM (Beispiele aus der Praxis)

Diese Beispiele für Plausibilitätsprüfungen im PIM zeigen, wie reale Produktdaten automatisch geprüft werden – von ERP-Abgleichen über GHS bis zu RoHS und REACH.

Plausibilitätsprüfungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Daten nicht nur korrekt eingegeben werden müssen, sondern auch logisch zusammenpassen – auf Basis einer 👉 regelbasierten Datenlogik im PIM.

👉 In der Praxis entstehen hier die meisten Probleme – besonders bei komplexen Produktdaten, regulatorischen Anforderungen oder Systemgrenzen.

Beim ADAC Campingführer wurden beispielsweise über 1000 solcher Regeln eingesetzt, um Datenqualität, Konsistenz und Automatisierung sicherzustellen.


Plausibilitätsprüfungen im Alltag

Plausibilitätsprüfungen wirken nicht nur im Hintergrund – sie machen Fehler im System direkt sichtbar und bearbeitbar.

👉 Je nach Regel werden Probleme automatisch erkannt, bewertet und priorisiert – von einfachen Hinweisen bis hin zu kritischen Fehlern.

👉 Nutzer können Fehler gezielt finden, kombinieren und systematisch im gesamten Datenbestand bearbeiten.

👉 Mehr dazu, wie Plausibilitätsprüfungen im PIM sichtbar und steuerbar gemacht werden, erfahren Sie hier:
👉 Plausibilitätsprüfung im PIM


Anwendungsbereiche von Plausibilitätsprüfungen im PIM

  • Compliance → z. B. GHS, REACH oder RoHS
  • Systemlogik → z. B. widersprüchliche Eigenschaften wie VDE und ESD
  • Datenqualität → z. B. fehlende Beschreibungen oder Mengeneinheiten
  • Content → z. B. Bilder, Anwendungsdarstellungen oder Reihenfolgen
  • E-Commerce → z. B. Veröffentlichungsregeln für den Webshop
  • Datenintegration → z. B. Unterschiede zwischen ERP und PIM
  • Lifecycle → z. B. Last Time Buy oder Produktstatus

👉 Die folgenden Beispiele zeigen typische Situationen aus diesen Bereichen.


Use Case: Privatkundenverbot (ERP vs. Produktlogik)

Ausgangssituation

Ein Produkt wird im ERP-System als für Privatkunden geeignet oder nicht geeignet gekennzeichnet.

👉 Beispiel:

  • Reinigungsmittel in kleinen Gebinden (z. B. 1 Liter) → erlaubt
  • Reinigungsmittel in großen Gebinden (z. B. 5 Liter) → nicht erlaubt

Problem

Diese Logik wird im ERP oft manuell gepflegt und kann fehlerhaft sein.

Plausibilitätsprüfung

Im PIM wird geprüft:

  • passt die Gebindegröße zur Privatkundenfreigabe?
  • ist die ERP-Angabe logisch korrekt?

Ergebnis

  • falsche ERP-Daten werden erkannt
  • konsistente Freigaben werden sichergestellt
  • klare Steuerung, welche Produkte für Privatkunden sichtbar sind
  • verhindert falsche Angebote im Webshop und reduziert rechtliche Risiken bis hin zu Abmahnungen

Use Case: GHS und Privatkundenverbot

Ausgangssituation

Bestimmte GHS-Gefahrenhinweise schließen den Verkauf an Privatkunden aus.

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • bestimmte GHS-Sätze gesetzt sind

👉 dann:

  • muss der Privatkundenverkauf verboten sein

Ergebnis

  • gesetzliche Anforderungen werden automatisch eingehalten
  • falsche Freigaben werden verhindert
  • stellt sicher, dass gefährliche Produkte nicht versehentlich an Privatkunden gelangen
  • schützt Unternehmen vor rechtlichen Konsequenzen und falscher Produktdarstellung im Webshop

Use Case: Gefahrgut und Sicherheitsdatenblatt (SDS)

Ausgangssituation

Ein Artikel ist im ERP als Gefahrgut gekennzeichnet.

Problem

Das notwendige Sicherheitsdatenblatt fehlt häufig.

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • Gefahrgut = gesetzt

👉 dann:

  • muss ein Sicherheitsdatenblatt (SDS) vorhanden sein

Ergebnis

  • fehlende Dokumente werden sofort erkannt
  • Compliance wird sichergestellt
  • wichtige Sicherheitsinformationen sind im Webshop und bei Kunden verfügbar
  • reduziert Haftungsrisiken durch vollständige Dokumentation

Use Case: Last Time Buy und Komponentenstatus

Ausgangssituation

Ein Produkt wird als „Last Time Buy“ markiert.

Problem

Oft fehlt die Begründung dafür.

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • Last Time Buy = gesetzt

👉 dann:

  • muss ein Komponentenstatus oder Grund angegeben werden

Ergebnis

  • Produktstatus ist nachvollziehbar
  • unvollständige Daten werden verhindert
  • dem Kunden im Webshop werden mehr Informationen für eine fundierte Kaufentscheidung bereitgestellt

Use Case: Technische Eigenschaften (VDE vs. ESD)

Ausgangssituation

Technische Eigenschaften können sich gegenseitig ausschließen.

Problem

  • eine Zange kann nicht gleichzeitig
    • VDE (stark isoliert) und
    • ESD (sehr leitfähig) sein

👉 Ausnahme:

  • es handelt sich um ein Set

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • VDE + ESD gleichzeitig gesetzt

👉 dann:

  • Fehler, außer Kategorie = Set

Ergebnis

  • technisch falsche Kombinationen werden verhindert
  • Sonderfälle werden korrekt berücksichtigt
  • verhindert falsche oder irreführende technische Angaben im Webshop
  • sorgt dafür, dass Kunden sich im Webshop auf die technischen Eigenschaften verlassen können

Use Case: RoHS-Konformität

Problem

Widersprüchliche Angaben zur RoHS-Konformität:

  • RoHS = NEIN, aber kein Richtlinienstand
  • RoHS = NICHT RELEVANT, aber Ausnahmecode vorhanden

Plausibilitätsprüfung

👉 Regeln:

  • NEIN → Richtlinienstand erforderlich
  • NICHT RELEVANT → kein Ausnahmecode erlaubt

Ergebnis

  • falsche Kombinationen werden erkannt
  • regulatorische Daten bleiben konsistent
  • stellt sicher, dass regulatorische Informationen korrekt an Kunden und Partner kommuniziert werden
  • verhindert fehlerhafte Compliance-Angaben in Produktdaten und Dokumentationen

Use Case: REACH / SVHC

Problem

Inkonsistenzen bei Stoffdaten:

  • SVHC frei = JA, aber Substanzcode vorhanden
  • SVHC frei = NEIN, aber kein Substanzcode vorhanden

Plausibilitätsprüfung

👉 Regeln:

  • SVHC frei = JA → keine Substanzcodes erlaubt
  • SVHC frei = NEIN → Substanzcode erforderlich

Ergebnis

  • widersprüchliche Stoffangaben werden verhindert
  • Compliance wird abgesichert
  • sorgt für transparente und korrekte Angaben zu Inhaltsstoffen für Kunden und Märkte
  • unterstützt rechtskonforme Kommunikation in internationalen Vertriebskanälen

Neben regulatorischen und technischen Prüfungen spielen auch Anforderungen an die Contentqualität und Darstellung im Webshop eine zentrale Rolle.

Use Case: Fehlendes Anwendungsbild

Ausgangssituation

Ein Produkt ist im PIM angelegt und enthält Bilder.

Problem

Es fehlt ein Anwendungsbild, das den Einsatz des Produkts zeigt.

👉 Ohne Anwendungsbild:

  • ist die Nutzung des Produkts schwer verständlich
  • reduziert sich die Überzeugungskraft im Webshop

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • kein Bild mit Typ = Anwendungsbild vorhanden

👉 dann:

  • Hinweis oder Warnung

Ergebnis

  • vollständige Bildinformationen werden sichergestellt
  • Produkte werden verständlicher dargestellt
  • die Conversion im Webshop wird verbessert

Use Case: Bildreihenfolge (Produktbild vs. Anwendung)

Ausgangssituation

Ein Produkt hat mehrere Bilder im PIM.

👉 Diese Bilder sind unterschiedlich gekennzeichnet:

  • Produktbild
  • Anwendungsbild

Problem

Das Anwendungsbild wird als erstes Bild angezeigt.

👉 Folge:

  • Produkt ist nicht klar erkennbar
  • wirkt unprofessionell im Webshop

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • mehrere Bilder vorhanden sind
  • erstes Bild ≠ Produktbild

👉 dann:

  • Fehler oder automatische Korrektur

Ergebnis

  • das Hauptprodukt wird korrekt dargestellt
  • die visuelle Qualität im Webshop steigt
  • Kunden erkennen Produkte schneller und treffen bessere Kaufentscheidungen

Use Case: Veröffentlichung nur bei vollständigen Daten

Problem

Ein Produkt wird im Webshop veröffentlicht, obwohl wichtige Angaben fehlen.

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • Pflichtinformationen fehlen

👉 dann:

  • darf der Artikel nicht veröffentlicht werden

Ergebnis

  • nur vollständige und freigegebene Produkte gelangen in den Webshop
  • verhindert fehlerhafte oder unprofessionelle Produktdarstellung
  • schützt vor Kundenirritationen und Rückfragen

Use Case: Widersprüchliche Datenquellen

Problem

Ein Produkt hat unterschiedliche Werte im ERP und im PIM.

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • gleiche Attribute aus verschiedenen Quellen abweichen

👉 dann:

  • Fehler oder Priorisierung

Ergebnis

  • eindeutige Datenbasis wird sichergestellt
  • falsche Informationen werden nicht weitergegeben
  • reduziert Abstimmungsaufwand zwischen Systemen

Use Case: Fehlende Produktbeschreibung

Ausgangssituation

Ein Produkt ist im PIM angelegt, enthält jedoch keine oder nur eine sehr kurze Beschreibung.

Problem

👉 Ohne Beschreibung:

  • ist das Produkt schwer verständlich
  • fehlen wichtige Informationen für den Kunden

👉 Folge:

  • geringere Auffindbarkeit (SEO)
  • schlechtere Conversion im Webshop

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • Beschreibung leer oder zu kurz

👉 dann:

  • Warnung oder Fehler

Ergebnis

  • vollständige und aussagekräftige Produktbeschreibungen werden sichergestellt
  • Produkte sind besser auffindbar und verständlicher
  • Kunden können fundierte Kaufentscheidungen treffen

Use Case: Fehlende Verpackungs- oder Mengeneinheit

Ausgangssituation

Ein Produkt wird im PIM gepflegt, jedoch fehlt die Angabe zur Verpackungs- oder Mengeneinheit.

Problem

👉 Ohne diese Angabe:

  • ist unklar, welche Menge der Kunde erhält
  • entstehen Missverständnisse bei Bestellung und Preisvergleich

👉 Folge:

  • Rückfragen oder Reklamationen
  • falsche Erwartung beim Kunden

Plausibilitätsprüfung

👉 Wenn:

  • keine Verpackungs- oder Mengeneinheit definiert

👉 dann:

  • Fehler oder Pflichtfeldprüfung

Ergebnis

  • klare Angaben zu Inhalt und Menge werden sichergestellt
  • Missverständnisse bei Kunden werden reduziert
  • Produktinformationen sind vollständig und vergleichbar

Fazit

👉 Plausibilitätsprüfungen sorgen dafür, dass:

  • Daten nicht nur korrekt eingegeben werden
  • sondern auch logisch zusammenpassen
  • regulatorische Anforderungen eingehalten werden
  • und Systemgrenzen zuverlässig überwacht werden

Grundlage dafür ist eine zentrale regelbasierte Datenlogik im PIM, die diese Regeln systemweit steuert.


👉 Plausibilitätsprüfungen erkennen nicht nur Fehler – sie machen komplexe Datenlogik automatisch beherrschbar.

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