Unsere Herkunft – Strukturierte Daten seit 1977

Diese Seite ergänzt unsere Über‑uns‑Seite um die historische Einordnung und die langfristige fachliche Kontinuität, aus der Contene entstanden ist.
Während wir dort erklären, wofür Contene heute steht, zeigen wir hier, woher dieser Anspruch kommt.

Von Textsystemen zu datengetriebenen Produktionssystemen

T+S wurde 1977 von Wilhelm Schäfer gegründet – zu einer Zeit, in der elektronische Textverarbeitung in Deutschland noch Pionierarbeit war. Bereits früh lag der Fokus nicht auf Layout oder Satz allein, sondern auf der strukturierten Erfassung und Verarbeitung von Inhalten.

Aus der Digitalisierung redaktioneller Abläufe entstand ein Prinzip, das uns bis heute prägt:

Informationen müssen unabhängig vom Ausgabemedium strukturiert vorliegen, um reproduzierbar, wartbar und skalierbar zu sein.
Nur so lassen sich dieselben Inhalte konsistent über unterschiedliche Ausgabemedien hinweg einsetzen – von Print bis Web.


Langjährige Praxis: Der ADAC Campingführer

Ein zentrales Projekt dieser Entwicklung ist der ADAC Campingführer, der bis heute bei uns entsteht. Über Jahrzehnte hinweg wandelte sich hier nicht nur das Publikationsformat, sondern die gesamte Art, wie Informationen erfasst, geprüft und verarbeitet werden.

Bereits in einer frühen Phase betrat Wilhelm Schäfer mit dem Campingführer absolutes Neuland:
Statt auf manuelles Korrekturlesen zu setzen, führte er 1977 ein Verfahren der Doppelerfassung ein.

Dabei erfassten zwei unterschiedliche Personen unabhängig voneinander dieselben Inhalte – jedoch nach unterschiedlichen Prinzipien:

  • Eine Person arbeitete auf einem leeren Bildschirm und erfasste ausschließlich die geänderten Inhalte aus den aktuellen Manuskripten.
  • Die andere Person trug dieselben Informationen als Änderungen in den Datenbestand des Vorjahres ein.
  • Der Vergleich erfolgte nicht als bloße Textidentität, sondern als systematischer Abgleich von Änderungen.

Die zugrunde liegende Annahme war ebenso einfach wie wirkungsvoll:
Zwei verschiedene Menschen machen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an der exakt gleichen Stelle den gleichen Fehler.

Besonders anspruchsvoll war dieses Verfahren bereits damals, da es sich nicht um Prosatexte handelte, sondern um stark strukturierte, zahlen‑ und code­lastige Inhalte, etwa:

[Beispiel eines strukturierten Campingführer‑Eintrags von 1985]

...
=125 Campingplatz An der grünen Heide
=126 1245
=127 Wilderach
=256 x
=289 1-5
=889 01.01.-15.04., 01.05.-31.12.
...

Gerade solche Inhalte sind anfällig für Übertragungsfehler – und gleichzeitig kaum zuverlässig „lesend“ zu korrigieren.

Der Erfolg gab diesem Ansatz recht:
Durch den systematischen Abgleich beider Datenerfassungen konnten nahezu sämtliche Fehler identifiziert, automatisiert verglichen und bereinigt werden. Die resultierende Fehlerquote lag bei unter 0,001 %ohne manuelles Korrekturlesen.

Dieses Vorgehen war seiner Zeit weit voraus. Es zeigt exemplarisch, was unseren Ansatz bis heute prägt:
Qualität entsteht nicht durch Nachkontrolle, sondern durch systematische Erfassung, klare Regeln und reproduzierbare Prozesse.

Aus manueller Manuskriptarbeit wurden strukturierte Datensätze, aus klassischer Satzarbeit automatisierte Produktionssysteme – und aus Einzelprojekten belastbare Architekturen, die mit ihren Anforderungen wachsen.

Von der historischen Doppelerfassung zur heutigen digitalen Inspektion

Das beschriebene Verfahren der Doppelerfassung war eine Antwort auf die technischen Möglichkeiten seiner Zeit. Ziel war es, auch unter damaligen Bedingungen eine maximal zuverlässige Datenqualität zu erreichen.

Heute ist dieser Anspruch architektonisch und vollständig digital umgesetzt.

Die von uns entwickelte Tablet‑App kommt direkt bei der Inspektion vor Ort zum Einsatz. Die Inspekteure erfassen die relevanten Werte – etwa die Anzahl sanitärer Einrichtungen oder Ausstattungsmerkmale – unmittelbar während der Begehung. Die Eingaben erfolgen strukturiert, validiert und ohne Medienbruch.

Die Daten werden anschließend automatisch und verlustfrei an Contene übertragen, wo sie weiterverarbeitet, bewertet und in nachgelagerte Prozesse integriert werden.

Der fachliche Kern ist dabei unverändert geblieben:
Zahlen werden dort erhoben, wo sie entstehen, und so verarbeitet, dass sie nicht interpretiert, sondern systemisch geprüft und genutzt werden.

Was früher durch methodische Disziplin kompensiert wurde, ist heute architektonisch umgesetzt: reproduzierbar, skalierbar und durchgängig integriert.


Spezialisierung auf InDesign‑Automatisierung

Ein weiterer wichtiger Baustein dieser Entwicklung war und ist unsere tiefe Spezialisierung auf die Automatisierung von Adobe InDesign. Unter InDesignScripting.com bündeln wir seit vielen Jahren unsere Arbeit an individuellen InDesign‑Erweiterungen, Skripten und automatisierten Produktionssystemen.

Dabei ging es nie um einfache Skripte oder Einzellösungen, sondern um hochspezialisierte Systeme für komplexe, datengetriebene Publikationsprozesse. Strukturierte Daten werden automatisiert in Layouts überführt, Varianten erzeugt, Regeln angewendet und mehrsprachige Inhalte konsistent produziert – reproduzierbar und ohne manuelle Eingriffe.

Dieses Know‑how gehört bis heute zu einem sehr kleinen Spezialgebiet. Weltweit gibt es nur wenige Unternehmen, die InDesign‑Automatisierung auf diesem Niveau beherrschen. Unsere Kunden kamen und kommen dabei nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum, sondern unter anderem auch aus den USA und Australien.

Auch hier zeigt sich dasselbe grundlegende Prinzip, das unsere Arbeit seit 1977 prägt: Nicht das jeweilige Werkzeug steht im Mittelpunkt, sondern die saubere Trennung von Daten, Logik und Ausgabe. Die Erfahrungen aus diesen internationalen Automatisierungsprojekten sind direkt in unser heutiges Systemdenken eingeflossen.


Vom Publishing‑Handwerk zur Systemarchitektur

Aus dieser Erfahrung heraus haben wir unsere Arbeit konsequent weiterentwickelt.
Heute entwickeln wir mit Contene eine Plattform, die diese Prinzipien auf moderne Produkt‑ und Objektinformationen überträgt:

  • strukturierte Datengrundlagen
  • explizite Logik statt impliziter Entscheidungen
  • automatisierte, reproduzierbare Prozesse
  • kontrollierter Output über alle Kanäle hinweg

Was sich verändert hat, sind die Technologien.
Was gleich geblieben ist, ist der Anspruch.


Kontinuität als Fundament

Seit fast fünf Jahrzehnten arbeiten wir an Systemen, die Komplexität beherrschbar machen – nicht durch Vereinfachung, sondern durch Struktur, Disziplin und klare Entscheidungslogik.

Seit 1977: Strukturierte Daten.
👉 Automatisierte Prozesse.
👉 Weitergedachte Systeme.

Für unsere heutige Positionierung, Architekturansätze und den Einsatz von Contene als PIM‑ und Entscheidungsplattform lesen Sie bitte auch Über uns.

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